Sieger und Finalisten 2015
Innovative Personalkonzepte

Die Sieger und Finalisten der 34. Wettbewerbsrunde stehen fest und wurden im Rahmen einer festlichen Gala und Preisverleihung am 21. März 2015 im Gesellschaftshaus Palmengarten in Frankfurt am Main ausgezeichnet.

Sieger

Merck KGaA

Merck KGaA

Innovativ – dank Mitarbeitern und junger Talente

Der Innovationsdruck in der Chemie- und Pharmabranche ist hoch. Ein Darmstädter Unternehmen hat ein Ventil gefunden: Visionen aus aller Welt und aus dem eigenen Unternehmen befeuern dieIdeenschmiede. Siegreicher Ansatz, auch beim Innovationspreis der deutschen Wirtschaft in der Kategorie „Innovative Personalkonzepte“.

Ein neuer Ansatz zur Bekämpfung von Krebszellen, insbesondere verbesserte Ansätze zur sogenannten Krebsimmuntherapie, oder eine neue Therapie für die Autoimmunkrankheit Lupus: All das sind neue Forschungsprojekte des Chemie- und Pharmakonzerns Merck. Das Besondere daran ist, dass der Darmstädter Konzern die Ideen gemeinsam mit jungen Studenten aus der ganzen Welt entwickelt hat und dass die einstigen Visionen heute im Unternehmen umgesetzt werden. Plattform dafür ist der Innovation Cup, ein Ideenwettbewerb, der 2011 ins Leben gerufen wurde. So sollen junge und vielversprechende Talente für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Konzerns begeistert werden. Mit dieser Personalstrategie will Merck seine Stellung in der Pharmaindustrie stärken. Ein Pharmaunternehmen ist nur dann erfolgreich, wenn es kontinuierliche Erfolge bei der Entwicklung neuer Arzneimittel oder der Krankheitsbehandlung vorweisen kann. Dabei setzt das Unternehmen neben dem Innovation Cup auch auf die Innovationskraft der eigenen Mitarbeiter. Diese können im Rahmen der Initiative „Innospire“ eigene Forschungsideen vorstellen und, wenn von der Geschäftsleitung genehmigt, auch mit eigenen Projektteams und Firmenbudget umsetzen. „Für uns als Unternehmen ist es sehr wichtig, das Innovationspotential unserer Mitarbeiter zu heben, weil wir als Unternehmen von Innovation leben“, sagt Ulrich Betz, Leiter der Innovationsabteilung bei Merck.

Finalist

Bayer Business Services GmbH

Bayer Business Services GmbH

Um seine Dienste als interner Serviceanbieter des Bayer-Konzerns zu erweitern und zu verbessern, hat sich Bayer Business Services einem neuen Qualifizierungsprogramm für seine Mitarbeiter verpflichtet. Mit „Clarity“ sollen neue Kompetenzbereiche und eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung aufgebaut werden. Das passiert etwa durch die Eingliederung wertschaffender externer Funktionen in das Unternehmen und einen Wechsel von mehreren Hundert Mitarbeitern von heutigen Stellen auf neue zukunftsweisende Stellen mittels entsprechender Qualifizierung. Damit gerade das klappt, wurde das sogenannte „FIT Office“ eingerichtet. Dieses schafft beispielsweise die neuen Stellen und veröffentlicht die Ausschreibungen, berät Mitarbeiter, welche Stellen für sie geeignet sind, und unterstützt sie bei der nötigen Qualifizierung. Die Rolle des FIT Office könnte man als die eines neutralen Mittlers zwischen Mitarbeitern und Managern in den neuen Arbeitsgebieten beschreiben. Die bisherige Erfolgsbilanz: 200 Mitarbeiter beraten, 600 Stellen besetzt, 450 Mitarbeiter qualifiziert.

 

Finalist

Deutsche Bahn AG

Deutsche Bahn AG

Der abgesagte Börsengang 2008 und die Datenaffäre 2009 erschütterten das Vertrauen der Mitarbeiter in die Deutsche Bahn. Große Unsicherheit und fehlender Zukunftsoptimismus hatten sich breitgemacht. Das wollte der Vorstand des Konzerns ändern und rief zu einem Kulturwandel auf. Ziel war es, einen offenen Austausch zwischen Mitarbeitern und Führungskräften zu schaffen, so dass jeder seine Kompetenzen und Ideen einbringen konnte. Nach dem Motto „Mitarbeiter wissen am besten, was anders werden muss und wie es werden soll“ diskutierten in fünf Großveranstaltungen zwischen Juni 2010 und Februar 2011 rund 3.500 Mitarbeiter und Führungskräfte mit dem gesamten Vorstand über das Thema. Auf diesen Konferenzen wurden zudem sogenannte Impulsgeber per Losverfahren gewählt, die Aktivitäten anstoßen oder Anregungen dazu geben, was zu einer stetigen Kulturverbesserung führen könnte. So wurde beispielsweise der Schichtplan optimiert, es gibt Sport- und Sommerfeste, und Mitarbeiter können als Schnupperpraktikanten andere Geschäftsfelder kennenlernen.

Finalist

Hofgut Himmelreich gGmbH

Hofgut Himmelreich gGmbH

Mit dem Gasthaus Himmelreich und dem gleichnamigen Hofgut unterstützt die Himmelreich gGmbH bereits seit mehreren Jahren Menschen mit Handicap und ihre Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Die Idee: Behinderte und nicht behinderte Menschen arbeiten gleichberechtigt zusammen. 2006 wurde dafür zusätzlich die Integrative Akademie Himmelreich gegründet, die 2007 ihren Betrieb aufnahm. Die Einrichtung bereitet junge behinderte Menschen in Zusammenarbeit mit Gastronomiebetrieben auf eine Arbeit im Hotel- und Gaststättengewerbe vor. Die Ausbildungsmodule sind dabei von der IHK anerkannt. Besonders an der Ausbildung ist unter anderem die persönliche Begleitung jedes Teilnehmers durch einen Mentor, der in- und außerhalb der Lernund Arbeitszeit als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Er übt beispielsweise mit dem Teilnehmer Arbeitsvorgänge, hilft beim Lernen und tritt als Mittler zwischen allen Beteiligten auf. So konnten bislang 90 Prozent aller Teilnehmer von ihrem Praktikumsbetrieb in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis wechseln.