Sieger und Finalisten 2016
Grossunternehmen

Die Sieger und Finalisten der 35. Wettbewerbsrunde stehen fest und wurden im Rahmen einer festlichen Gala und Preisverleihung am 16. April 2016 im darmstadtium in Darmstadt ausgezeichnet.

Sieger

SCHOTT AG

SCHOTT AG

Hauchdünn, transparent, aufwickelbar – und pures Glas! Das Mainzer Traditionsunternehmen Schott hat es geschafft, ultradünnes Glas mit einer Dicke von nur 25 Mikrometern herzustellen. Damit ist das Glas dünner als ein menschliches Haar. Gleichzeitig ist das Material bis auf Radien von wenigen Millimetern biegsam, ohne zu zerbrechen. Möglich wird all das durch den innovativen Produktionsprozess nach dem sogenannten Down-Drow-Prozess, den der Hersteller entwickelt hat. Hierbei fließt das zu einer homogenen Masse eingeschmolzene Rohmaterial wie eine Art dünner Wasserfall aus einer Düse. Dabei kommt es besonders auf die natürliche Schwerkraft und die richtige Fließgeschwindigkeit an. Zuletzt wird das Material geschickt durch eine Abkühlkurve hindurchgezogen und erhält dadurch viele seiner späteren Eigenschaften. "Durch diesen Herstellungsprozess ist es uns möglich, das Spezialglas in großem Format mit höchster Präzision und unterschiedlichsten Material- und Anwendungseigenschaften herzustellen", sagt Rüdiger Sprengard, Leiter Geschäftsentwicklung Ultradünnglas bei Schott. Die Einsatzmöglichkeiten für das Spezialglas sind vielfältig. Insbesondere durch die Verwendung in Mobilgeräten erwartet Schott in den nächsten Jahren das größte Umsatzwachstum. Schon heute sind Fingerprint-Sensoren in ersten Geräten beispielsweise mit dem ultradünnen Glas ausgestattet

Finalist

Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co. KG

Freudenberg Sealing Technologies Gmbh & Co KG

Ab 2020 dürfen die CO2-Gesamtemissionen bei neu zugelassenen Fahrzeugen den Grenzwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer nicht mehr übersteigen. Dafür müssen auch die Reibungsverluste im Motor und am Antriebsstrang reduziert werden. Die Entwickler von Freudenberg Sealing Technologies überdachten dazu die Kurbelwellendichtung auf der Getriebeseite. Die Abdichtung der rotierenden Kurbelwelle zum Gehäuse erfolgt standardmäßig durch einen Radial-Wellendichtring, dessen Kontakt zur Welle durch einen Ölfilm minimiert wird. Die Entwickler fanden heraus, dass ein dünnes Luftpolster aufgrund seiner geringeren Viskosität im Vergleich zu Öl deutlich weniger Reibungsverluste verursacht. Durch die Technik "Levitex" wird der Leistungsverlust einer Kurbelwellendichtung gegenüber einer Standarddichtung um bis zu 90 Prozent reduziert. Die CO2-Emissionen eines Autos werden dadurch um 0,5 bis 1 Gramm pro Kilometer gesenkt.

Finalist

Nokia

Nokia

Die Zahl der Internet-User weltweit steigt stetig. In der Folge müssen die Netze immer mehr Daten transportieren, damit es nicht zu Ausfällen und Qualitätsmängeln kommt. Mittlerweile basiert ein Großteil der Netze deshalb auf optischer Technologie: Daten werden nach dem Absenden in das globale Kommunikationsnetz auf das Licht eines Lasers aufmoduliert und über Glasfasernetze transportiert. Dank einer neuen Entwicklung des Unternehmens Nokia ist es heute möglich, pro Laser eine Datenmenge von 100 Gigabyte pro Sekunde zu erreichen – eine Verzehnfachung der bisherigen Leistung. Der Schlüssel der Innovation steckt unter anderem in einem neuen Chip, der die Signalverarbeitung bei dieser Geschwindigkeit ermöglicht. Die Erfinder rechnen damit, dass im Jahr 2018 der Anteil der mit der Technik ausgerüsteten Strecken bereits mehr als 80 Prozent betragen wird.

 

Finalist

Wacker Chemie AG

Wacker Chemie AG

Biopharmazeutika, Medikamente mit Proteinen als Wirkstoffen, sind die neuen Waffen gegen Autoimmunerkrankungen oder Krebs. Als die heute wichtigsten Pharmaproteine gelten die monoklonalen Antikörper und, davon abgeleitet, die stark wachsende Klasse der Antikörperfragmente. Doch die Medikamente sind teuer. Ein Grund dafür ist, dass die Proteine heute wirtschaftlich fast nur in Säugetierzellkulturen produziert werden können. Das dauert Wochen und bringt nur eine geringe Ausbeute. Schneller und günstiger funktioniert das Ganze mit Hilfe des Bakteriums Escherichia coli (E. coli), allerdings treten dabei häufig Probleme auf. Ein neues Verfahren des Konzerns Wacker Chemie kann diese Probleme nun ausgleichen. Das Verfahren macht die Herstellung von Biopharmazeutika auf Basis des Bakteriums jetzt wirtschaftlich. Wichtige Medikamente können somit früher und günstiger auf den Markt kommen.